"Ach, Bach - tut gut!" Kantaten auf's Land gebracht

"Ach Bach - tut gut!" - mit diesem Stoßseufzer möchte das ensemble vocaliter das Konzertpublikum aus der fast einjährigen Corona-Depression befreien. Mit drei Choralkantaten des Thomaskantors reist das professionelle Gesangsensemble, begleitet von einem auf historischen Instrumenten spielenden Barockorchester, durch den Landkreis. "Was Gott tut, das ist wohlgetan" (BWV 99), "Wer nur den lieben Gott lässt walten" (BWV 93) und "Jesu, der du meine Seele" (BWV 78) sind die drei Melodien, um die Johann Sebastian Bach kunstvoll Chöre, Arien, Rezitative und Choräle gestrickt hat.

 

Am Sonntag, 11. Juli, 16.30 Uhr erklingen die Kantaten in der Kirche Mariae Geburt in Bad Laer.
Und weil das Land Niedersachsen mit seinem Förderprogramm "Niedersachsen dreht auf" das Projekt großzügig unterstützt, können die Veranstalter die Zuhörer*innen zu einem Konzert ohne Eintritt einladen. Allerdings wird am Ausgang um eine Türkollekte gebeten, um auch
nichtförderungsfähige Kosten wie z.B. Plakate, Strom etc. zu decken.

Ausführende sind Anna-Sophie Brosig (Sopran), Franz Vitzthum (Alt), Georg Poplutz (Tenor), Peter Kooij (Bass). Das ensemble vocaliter ist ein 12-köpfiges Gesangsensemble, das die Solisten in den Chor integriert, das Barockorchester spielt auf historischen Instrumenten. Die Leitung
hat Max Ciolek, Tenor und Dirigent aus Osnabrück. Die musikalische Besetzung des Konzerts ist hochkarätig: Das ensemble vocaliter ist ein 12-köpfiges professionelles Gesangsensemble, das die Solisten in den Chor integriert: Die Sopranistin Anna-Sophie Brosig ist deutschlandweit eine gefragte Solistin im Lied- und Konzertfach. Konzerte führten sie beispielsweise in die Laeiszhalle Hamburg, die Liederhalle Stuttgart, das Concertgebouw Brügge oder die Glocke in Bremen. Oder der Altus Franz Vitzthum: er erhielt Einladungen zu Solo-Abenden beim Rheingau Musik Festival, den Händel- Festspielen in Halle, Karlsruhe und Göttingen, zu La Folle Journée in Nantes und dem Bach Festival Philadelpia. Er arbeitete u. a. mit den Dirigenten Nicolas McGegan, Hermann Max, Howard Arman, Marcus Creed und Philippe Herreweghe zusammen. Der Tenor Georg Poplutz
gehört inzwischen zu den vielgefragten Interpreten in der Barockmusik, insbesondere auch als „Evangelist“. Er hat an zahlreichen Rundfunk- und aktuell mehr als 90 CD- bzw. DVDAufnahmen als Solist mitgewirkt. Darunter sind einige Kantaten für die J.S.Bach-Stiftung St. Gallen mit Lutz, Bachs Oratorien mit Otto und zahlreiche Werke für die Heinrich-Schütz-Gesamtaufnahme mit Rademann, mit der er 2020 mit dem „Opus Klassik“ ausgezeichnet wurde. Zu hören war Poplutz auch auf Konzertreisen in China, Mexiko, Singapur und Südafrika und als Aeneas in Purcells „Dido und Aeneas“ u.a. am Theater Bern (Schweiz). Und last, but not least, eine Ikone der "Alten Musik": Peter Kooijs Konzerttätigkeit führte ihn an die wichtigsten Musikzentren der ganzen Welt, wie z. B. Concertgebouw Amsterdam, Musikverein Wien, Carnegie Hall New York, Royal Albert Hall London, Berliner und Kölner Philharmonie und die Casals Hall Tokio, wo er unter der Leitung von u. a. Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Frans Brüggen, Gustav Leonhardt, René Jacobs, Sigiswald Kuijken, Roger Norrington und Iwan Fishersang.

Unverkrampfte Intensität, glockenreine Intonation und liebevolle Arbeit am Text: das sind die Markenzeichen des Ensembles vocaliter, welches – je nach Werk – mit 8 bis 40 professionellen Sängern und Sängerinnen aus ganz Deutschland besetzt ist. „This is indeed choral singing on the highest possible level“ schrieb ein Kritiker über die CD-Aufnahme von Haydns „Schöpfung“. 1997 unter dem Namen „VokalEnsemble Köln“ von Max Ciolek gegründet, gab der Chor seitdem Konzerte bei Festspielen u.a. in Spanien, Frankreich, Hannover, Brühl und Bonn. Zur Jahrtausendwende debütierte er in der Kölner Philharmonie, zusammen mit der koreanischen Sopranistin Sumi Jo und der Capella Coloniensis sang das Ensemble bei einer Weihnachtsproduktion für CD und ARD. Gerne arbeitet es als Gastchor mit externen Dirigenten zusammen: Die Weltersteinspielung der Johann-Christian-Bach-Oper „L’Endimione“ unter Bruno Weil z.B. erhielt im Jahr 2000 den ECHO-Klassik-Preis der Deutschen Phonoakademie. Zusammen mit Reinhard Goebel und seiner Musica Antiqua entstanden zahlreiche Rundfunkaufnahmen im In- und Ausland. Eine besonders intensive und freundschaftliche Zusammenarbeit verband das Ensemble mit dem Dirigenten Andreas Spering. Unter seiner Stabführung entstanden in den vergangenen Jahren mehrere vielbeachtete CD-Aufnahmen, u.a. drei Produktionen von Werken Joseph Haydns: die Kantaten für das Fürstenhaus Esterházy, die „Schöpfung“ sowie die erste Aufnahme seines frühen Oratoriums „Il ritorno di Tobia“ mit Originalinstrumenten. Diese CD erhielt den Jahrespreis 2008 der Deutschen Schallplattenkritik, die renommierteste Auszeichnung für Tonträger im deutschsprachigen Raum. Die Chorleitung war – neben dem Gesang – schon während des Studiums der Kirchenmusik die große Leidenschaft von Gründer und Leiter Max Ciolek. Während seiner Tätigkeit als Kantor in verschiedenen Kirchengemeinden leitete er Kinder-, Kirchen- und Kammerchöre. Später, als international gefragter Oratorientenor hatte er Gelegenheit, sich von Dirigenten wie Ton Koopman, Philipp Herreweghe, Peter Neumann, Hermann Max oder Frieder Bernius inspirieren zu lassen. Für ihn das Wichtigste beim Musizieren: die Freude und die innere Bewegung, die er dabei erlebt, weiterzugeben – mit dem Ziel, die Herzen der Hörer und Hörerinnen zu öffnen!