Kinder wissen es instinktiv: zusammen ist man stärker… Und in diesem Punkt haben wir Erwachsenen von den Kindern gelernt. Wenn wir uns zusammentun, müsste es besser gehen! Aus diesem Grund haben am 01. Januar 2024 die 6 katholischen Kitas in Bad Laer und Glandorf einen gemeinsamen Verbund aus der Taufe gehoben; seinen Namen hat er auch bekommen: „Kath. Kita-Verband Südliches Osnabrücker Land (SOL)“. Zum Verbund gehören die Kitas St. Antonius Remsede, Christophorus Glandorf, St. Johannis Glandorf, St. Josef Bad Laer, St. Marien Bad Laer und St. Marien Schwege: sechs Einrichtungen mit völlig individuellen Gesichtern – die sie auch bewahren sollen. Insgesamt zählt der Verband 138 Mitarbeiter*innen, er begleitet 442 Kinder in aktuell 24 Gruppen.
Die konkreten Gründe für die Verbandsgründung liegen auf der Hand: die Kitas haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren zunehmend von reinen Betreuungseinrichtungen zu sehr ausdifferenzierten und komplexen Bildungsinstitutionen gewandelt. Massiv gestiegen sind damit u.a. auch die Anforderungen an den Träger in den Bereichen Personal, Verwaltung, Finanzen, strategische Ausrichtung, Investitionsmanagement. Mittlerweile sind die Aufgaben so umfangreich geworden, dass sie kaum noch durch ehrenamtliche Kirchenvorsteher*innen zu leisten sind. Kitas brauchen unbedingt gute Träger – denn das ist unsere innere Verpflichtung gegenüber den von uns begleiteten Kindern und Familien: sie sollen die besten Möglichkeiten beim Wachsen vorfinden…
Ein besonderer Dank gilt den Gemeinden Bad Laer und Glandorf, die der Gründung eines Kita-Verbandes sehr positiv gegenüberstanden. Die Chancen des Verbandes wurden durch die Bürgermeister Tobias Avermann (Gemeinde Bad Laer) und Torsten Dimek (Gemeinde Glandorf) in ihren Ansprachen auf dem Pressetermin des Verbandes am 14. Dezember 2023 hervorgehoben. Der Gründungsprozess des Verbands dokumentierte die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit der politischen Gemeinden mit den Kirchenvorständen und den Kitas – zum Wohle der Kinder! Und darauf wurde angestoßen: neben den Bürgermeistern der Gemeinden erhoben die Fachbereichsleiter Jens Giesker (Bad Laer) und Jürgen Leimkühler (Glandorf), die Leitungen und Verwaltungen der sechs Kitas, Vertretungen der Kirchenvorstände, Pfarrer Stephan Höne, Pfarradministrator Michael Schockmann und Geschäftsführer Jürgen Niesemeyer das Glas.
Zentrales Organ des Kita-Verbandes ist die Verbandsvertretung, die sich aus gewählten Delegierten der Kirchenvorstände der drei Kirchengemeinden zusammensetzt. Verbandsvorsitzender ist Pfarrer Stephan Höne (Glandorf), stellvertretende Vorsitzende Frau Ingrid Gerding-Paul (Bad Laer). Weiterhin gibt es einen pastoral-pädagogischen Beirat, der sich mit der pädagogischen, pastoralen und fachlichen Weiterentwicklung der Einrichtungen auseinandersetzt. Die Geschäftsführung wurde einer Geschäftsstelle übertragen, die in Bad Laer ihren Sitz hat. Als Geschäftsführer wurde Herr Jürgen Niesemeyer durch die Verbandsvertretung berufen.
Wenn die Gründungsphase eines Verbandes so konfliktfrei und ruhig verläuft wie in Bad Laer und Glandorf, dann erhoffen sich alle Seiten viel: eine weitere Professionalisierung bei der Wahrnehmung der Trägeraufgaben, eine attraktive und flexible Angebotsstruktur, ein verlässliches Betreuungsangebot durch eine attraktive Personalakquise und variablen Einsatz der Mitarbeiter*innen und vieles andere.
Drei Beispiele:
- Eine sehr qualifizierte Mitarbeiterin hatte sich in einer Kita beworben: dort kann ihr aber der gewünschte Arbeitsplatz frühestens im Sommer 2025 angeboten werden. Nach verschiedenen Gesprächen haben wir jetzt die Lösung gefunden, dass sie erstmal in einer anderen Kita beginnt und dann entsprechend wechselt. Diese Mitarbeiterin hätten wir in der Vergangenheit sicherlich nicht einstellen können - sie wäre für uns verloren gewesen. Aktuell gelingt es uns, relativ zeitnah entsprechende Stellen wiederzubesetzen.
- Zwei Mitarbeiterinnen, die aus ihrer Elternzeit zurückkamen, konnten wir ihre ursprünglichen Stellen aktuell nicht anbieten. Die Mitarbeiterinnen waren offen dafür, dass sie erstmal in einer anderen Einrichtung eingesetzt wurden. Mittlerweile haben sie wieder ihre ‚Wunschstellen‘ eingenommen – und fanden die Erfahrungen in einer anderen Kita überaus hilfreich und interessant: einmal über den eigenen Tellerrand blicken.
- Eine Kita wird voraussichtlich im Sommer 2024 eine Integrationsgruppe eröffnen. Also geht man bei einer andere Kita, die schon seit Jahren Integrationsgruppen anbietet, in die ‚Schule‘: es hat sich ein gemeinsamer Arbeitskreis gebildet, der die Eröffnung der Integrationsgruppe entsprechend vorbereitet.
- Der Neubau einer neuen Einrichtung steht an: die Leitung besucht eine andere Leitung, die gerade eine neue Einrichtung gebaut hat, und erfährt, worauf sie achten sollte und – ganz wichtig – was sie unbedingt anders machen sollte.
Nur einige von vielen Erfahrungen der letzten Wochen… Gemeinsam geht’s besser: davon sind wir überzeugt. Für Kinder, für Eltern, für die Mitarbeiter*innen, für die Einrichtungen – der Verband bietet eine Vielzahl von Chancen und Möglichkeiten. Besonderer Dank gilt den Rendanturen, die viele Stunden darauf verwendet haben, dass der Übergang im Verwaltungsbereich so reibungslos funktioniert hat, und den Kita-Leitungen, die die Idee des Verbandes schon längst leben.
